Montag, 22. Oktober 2018

Tretet der Depression in den Hintern! Tipps für depressive Phasen und mehr Realität hier

Hallo ihr Lieben :)

Es ist schon eine Zeit her seit ich mich das letzte Mal gemeldet habe, aber trotzdem habe ich mir viele Gedanken für neue Blogposts gemacht und gerade auch zu dem heutigen.

Die letzten Beiträge waren von der "31 Days of Self Love Challenge" und schon während dem Bloggen der Challenge entstand bei mir ein Gedanke, der mich nicht mehr los gelassen hat: "Das erweckt alles den völlig falschen Eindruck und ist nicht die Realität". Es wirkt alles so, als wäre alles einfach bei mir, als würde alles immer super laufen und als würde ich ständig nur Fortschritte machen. Aber das ist nicht so.

Die Challenge war eben dafür ausgelegt nur das Positive zu zeigen, aber der Eindruck der dadurch entsteht entspricht nicht wirklich der Wahrheit. Ich wollte euch einfach auch mal teil haben lassen an meiner Realität, denn mit einer psychischen Erkrankung ist es eben absolut nicht leicht, und es gibt ganz oft viele Rückschritte zwischen den Fortschritten. Ich möchte euch nicht entmutigen, aber ich möchte auch nicht, dass ihr euch wegen mir schlecht fühlt, weil ihr vielleicht denkt, dass es bei euch nicht so läuft. Die Challenge hatte den Fokus einfach auf das Positive, aber auch Rückschritte gehören dazu und nach denen wird es auch wieder besser werden, glaubt mir :).

Die letzten Monate waren etwas chaotisch, stressig und anstrengend, sodass Bloggen eh nicht wirklich drin war. Sobald der Stress und die Anstrengungen vorbei waren, ging es mir stetig immer schlechter. Die letzten Wochen waren wirklich ein Alptraum für mich. Meine Stimmung war fast durchgehend sehr schlecht, ich hatte absolut keinen Antrieb oder Energie für irgendwas, kaum Freude mehr an vielen Dingen und auch meine Gedanken und Sichtweisen wurden immer negativer. Ich habe relativ schnell gemerkt, dass die Depression mal wieder "Hallo" sagen möchte und war am Anfang so genervt von mir selbst, dass nichts mehr wirklich so funktionierte wie ich das wollte. Ich kam mit meinem Haushalt nicht mehr richtig klar, Termine wahrnehmen war schwierig und die kleinsten Aufgaben oder Bewegungen wurden gefühlt zum Marathonlauf. Ich musste mich täglich immer wieder hinlegen und schlafen, weil ich einfach so müde und erledigt war. Die Müdigkeit wurde sowieso zu meinem Dauerbegleiter und an manchen Tagen war einfach nichts drin, außer nur im Bett oder auf der Couch zu liegen. Wenn solche depressiven Phasen bei mir anfangen, fange ich oft wie blöd an dagegen zu arbeiten, anstatt damit zu arbeiten. Wenn nichts mehr geht, zwinge ich mich oftmals zu Aufgaben, die erledigt werden müssen, egal ob mein Körper und ich das jetzt können oder nicht. Gut ist das definitiv nicht und bringen tut es mir auch nichts, außer das es mir dadurch nur noch schlechter geht.

Mir hilft es in solchen Phasen mit der Depression zu arbeiten. Ihr fragt euch jetzt sicher, was labert die denn? ;)

Ich erkläre es euch. Ich habe für mich einfach entdeckt, dass es mir absolut nichts bringt, mir was vorzunehmen, was ich machen muss, egal ob ich das jetzt psychisch und körperlich schaffe, sondern viel mehr auf mich und meinen Körper zu hören.
Ganz wichtig ist für mich, auf mich selbst aufzupassen und sich um mich zu kümmern. Das fängt bei mir schon mit ganz grundlegenden Dingen an, wie zum Beispiel darauf zu achten, regelmäßig zu essen und genug zu trinken. Beides vergesse ich gerne mal in solchen Zeiten, aber es ist total wichtig!  Genauso wichtig ist es für mich, regelmäßig meine Medikamente zu nehmen und zu meinen Therapiestunden zu gehen. In den letzten Wochen war es ganz oft so, dass ich vor den Therapiestunden nichts gemacht hatte, um meine Kraft zu schonen um überhaupt dahin und zurück zu kommen und danach musste ich mich sowieso erstmal ein paar Stunden hinlegen, weil nichts mehr ging.
Das wichtigste und gleichzeitig auch das schwierigste für mich ist meine Einstellung und meine Gedanken dazu. Es bringt nichts sich jeden Tag wieder auf's neue dafür fertig zu machen, was man nicht geschafft hat und das fällt mir auch unheimlich schwer. Was ich dieses Mal versucht habe, ist für jedes bisschen froh zu sein, was ich geschafft habe und das zu wertschätzen.
Hey, ich habe es geschafft aufzustehen und mich anzuziehen. Super! Ich habe ein wenig im Haushalt gemacht. Toll! Ich habe einen Termin wahrgenommen. Juhu! :)
Egal was es ist, feiere es und versuch stolz darauf zu sein, denn du hast etwas trotz Depression geschafft, und somit ihr in den Hintern getreten. Auch wenn du den ganzen Tag im Bett gelegen hast, denke nicht negativ über dich. Es ist eben genau das, was du gebraucht hast und somit hast du dich um dich selbst gekümmert. Gib einfach danach nicht auf, vielleicht schaffst du es eben morgen aus dem Bett.
Die Depressionen macht sowieso schon, dass wir uns schlecht fühlen und uns verurteilen und mir hilft es dann, mich selbst so gut es geht zu loben und nicht immer zu denken " Das und Das hast du nicht gemacht. Du schaffst überhaupt nichts. Du bist faul".
Man bekommt sowas auch schon genug von der Umwelt gesagt, aber niemand, der nicht selbst betroffen ist, weiß wie es wirklich ist. Sprüche klopfen kann jeder...

Das Stichwort lautet, sich selbst einfach anzunehmen.

Ich weiß, es ist schwer und viel leichter gesagt als getan. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es mir dieses Mal viel geholfen hat so zu handeln und zu denken, auch wenn ich mir ganz oft selbst nicht glauben konnte, dass zum Beispiel aus dem Bett aufzustehen lobenswert ist. Aber das ist es! :)

Genauso wichtig ist auch die Selbstfürsorge. Auch wenn ihr euch fühlt, als hättet ihr nichts Gutes verdient, achtet auf euch, kümmert euch um euch und belohnt euch auch mal selbst. :)

Jeder kleine Schritt, der sich sowieso während einer Depression wie ein Marathon anfühlt, ist toll! :)
Jedes Mal ( verzeiht mir ) tretet ihr der Depression in den Arsch! :) Und sie hat es verdient, in den Arsch getreten zu bekommen! :)

Liebe Grüße,
Karo :)



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