Freitag, 20. April 2018

Tag 10, Grenzen - 31 Days of Self Love Challenge

Hallo ihr Lieben :)

Heute ist der 10. Tag der"31 Days of Self Love Challenge" und mir kommt es so vor als würden die Fragen und Themen immer schwieriger werden :D.

Die heutige Frage lautet:
"How can you set better boundaries in your life?" ~ "Wie kannst du bessere Grenzen in deinem Leben ziehen?"



Im Prinzip habe ich keine Ahnung, wie ich bessere Grenzen in meinem Leben ziehen kann, aber ich arbeite daran. 
Das erste was mir dazu eingefallen ist, dass ich zu oft immer "Ja" sage, obwohl ich etwas nicht machen möchte oder auch nicht kann. Mir fällt es unheimlich schwer "Nein" zu sagen, wenn  mich jemand um etwas bittet, egal wie groß diese Bitte ist. Ich möchte immer, dass mich die Menschen mögen und in meinem Kopf mögen mich die Menschen mehr, wenn ich alles für sie mache. Das das Verhalten nicht sehr gesund ist und mir auch schadet, habe ich schon oft festgestellt. Ich gehe so oft über meine Grenzen dabei ... Aber ich werde auch ganz oft deswegen ausgenutzt. 

Mal ehrlich, ist doch "toll" für andere, wenn ich immer "Ja" sage, egal was man fragt. "Karo, hast du ein paar Zigaretten für mich? ~ JA!". "Karo, kannst du mir Geld leihen? ~ Ja klar!". "Karo, kannst du dies und jenes für mich machen? ~ Natürlich!"...

Es fällt mir einfach so schwer "Nein" zu sagen, weil ich sofort immer Angst habe, dass der jenige mich nicht mehr mag dann.
In der Klinik in der ich vor kurzem war, war das auch ein wenig Thema. Ich kann mich noch gut an eine Therapiegruppe ( Ich glaube, es war die Skillsgruppe ;D) erinnern, von der ich euch heute mal als Beispiel erzählen möchte, damit ihr seht, wie einfach das wirklich ist, dass ich etwas für jemanden mache... 
Also genau, Skillsgruppe. Ich weiß nicht mehr, wie wir auf das Thema kamen, aber ich habe dann von mir erzählt, dass man mich so leicht ausnutzen kann und ich alles machen würde, um was man mich bittet. Wir waren im Kellergeschoss und unsere Station ist im 2. Obergeschoss gewesen. Ich habe dann halt ein wenig davon erzählt und habe ein paar Tipps bekommen von den Mitpatienten und den Therapeutinnen. Eine Viertelstunde später völlig aus dem Kontext gerissen fragte mich Frau W. :" Frau Karo, können Sie mir bitte ein Glas Wasser auf Station holen gehen?" Ich bin aufgesprungen und rief sofort:" Ja natürlich!". Sie stoppte mich natürlich direkt und wir sprachen noch etwas darüber. Aber ihr seht, was ich meine. Die Frage von ihr war so unsinnig und auch übertrieben, da ich erstens 3 Stockwerke hoch müsste und vor allem auch Wasser auf dem Tisch stand vor mir. Ich hätte es trotzdem gemacht. Ganz nach dem Motto: Hauptsache mag sie mich! Und das ist so falsch, aber ich habe wirklich kaum eine Idee, wie ich da besser Grenzen ziehen kann. Im Prinzip ist es mir ja klar, dass Menschen mich auch so mögen, ohne das ich alles mache für sie ( oder sie sollten es besser, wenn nicht, sind es sowieso die falschen Menschen", aber sobald solche Situationen auftreten, setzt mein Hirn irgendwie aus und ich mache alles. Daran muss ich wohl noch arbeiten :)

Eine andere Grenze in meinem Leben, habe ich durch den letzten Klinikaufenthalt eigentlich gut im Griff und zwar die Nähe zu anderen Menschen. Ich meine damit nicht die psychische Nähe, sondern die physische. Ich habe, wie jeder Mensch auch, eine bestimmten Radius Abstand um mich, den niemand übertreten sollte. Dieser ist bei mir immer unterschiedlich, also von Person zu Person abhängig, aber auch von meiner Tagesform. Durch die Vergewaltigung ist mein Radius bei Männern auch etwas größer, als bei Frauen. Ich mag es einfach nicht, wenn Menschen mir körperlich zu nahe kommen, weil ich mich dann unwohl fühle und auch manchmal Angst bekomme. Früher dachte ich immer, ich muss das aushalten. Das stimmt absolut nicht. In solchen Situationen, wenn mir jemand zu Nahe kommt und über meine Grenze geht, gehe ich heute einfach ein Stück zurück oder zur Seite. Doch manchmal geht das aber auch nicht. Gerade in Menschenmengen oder wenn zum Beispiel eine Wand oder ähnliches hinter mir ist. Deshalb habe ich in der Klinik zusammen mit meinem Therapeuten auch geübt "Stop" zu sagen und meine Grenzen zu verteidigen. Diese Übungen haben mich immer total gestresst, weil ich wirklich einfach nicht "Stop" oder "Nein sagen konnte". 
Die Übung war relativ simpel: Ich stehe in einer Ecke des Therapiezimmers mit der Wand im Rücken und er in der Anderen und er geht auf mich zu, bis ich "Stop" oder was Ähnliches sage. Er blieb dann auch sofort stehen, beziehungsweise ging er dann auch immer noch ein Stück zurück. Tja das Problem war, dass ich am Anfang ihn einfach nicht stoppen konnte. Die ersten zwei Male bin ich panisch zur Seite gesprungen, als er meine Grenze überschritten hatte, und weit weg gegangen. Für mich war es einfach so schwierig meine Grenzen zu verteidigen, aber nach ein paar Mal ging die Übung ganz gut. 
Ich dachte wirklich immer, ich müsste das aushalten, wenn mir jemand zu Nahe kommt, aber mein Therapeut in der Klinik hat mir klar gemacht, dass so oft in meiner Vergangenheit massiv meine Grenzen verletzt wurden und jetzt damit Schluss sein sollte. 
Aber durch den Aufenhalt ist das wirklich viel besser geworden :).

Liebe Grüße,
Karo :)

1 Kommentar:

  1. Hallo Karo :)

    Ich lese schon seit einer längeren Zeit still hier mit und mag deinen Blog sehr. Ich freue mich immer wirklich sehr, wenn ein neuer Text online kommt :).
    Ich habe mal eine Frage zu deinem Text hier. Du hast geschrieben, dass du keine Nähe magst, also Abstand zu Menschen. Meine Frage wäre: Magst du dann auch keine Umarmungen? Oder kannst du die überhaupt nicht aushalten? Tut mir leid, wenn die Frage dir zu Nahe geht, aber das war mein erster Gedanke beim Lesen :)
    Ich freue mich auf die nächsten Texte und liebe die Idee der Challenge. :)
    Viele Grüße Lena

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