Sonntag, 25. Februar 2018

Meine "Must Haves" für den Klinikaufenthalt

Hallo ihr Lieben :)

Es ist Wochenende in der Klinik, kaum jemand da und da dachte ich mir, ich schreibe endlich diesen Post, den ich schon seit längerer Zeit geplant habe :).   

Wie ihr wisst, bin ich jetzt zum zweiten Mal in der Klinik und ich habe mir überlegt, dass ich euch mal vorstellen möchte, was ich alles mitgenommen habe und was ich hier so brauche. 
 Beim Packen für meinen ersten Aufenthalt war ich ziemlich planlos, was ich wirklich mitnehmen muss und was ich definitiv brauche und vieles von damals hat dieses Mal nicht den Weg in den Koffer gefunden, dafür aber viele andere Dinge ;). 

Ich dachte, es könnte vielleicht interessant sein. Also viel Spaß! :)

Ich sollte vielleicht erwähnen, dass ich in der selben Klinik bin wie letztes Jahr und deswegen auch die Station kannte und genau weiß, wie es dort ist. 
Ich erzähl euch jetzt nichts von Kleidung und Schuhen oder so Zeug, weil es sollte klar sein, dass man das braucht ;). 
  • Hier auf Station gibt es einen Wasserspender und deswegen war ganz wichtig für mich, mir meine eigene Trinkflasche mitzubringen. Natürlich gibt es Gläser und Krüge auf Station, nur habe ich beim ersten Aufenthalt gelernt, dass diese nicht immer da sind und verdursten will ich dann auch nicht :D. Außerdem habe ich meine eigene große Tasse für Tee oder Kaffee dabei, weil es hier nur die kleinen winzigen Tassen gibt. Ich habe auch eine kleine Schüssel für Cornflakes dabei, weil ich nicht jeden Morgen Brötchen essen möchte. Die Cornflakes habe ich mir aber auch im nächsten Supermarkt gekauft ;). Deswegen habe ich auch Spülmittel dabei, weil irgendwie muss ich ja auch meine Sachen wieder sauber bekommen ;).
  • Ich habe außerdem auch einen großen Ordner dabei für die Therapiesachen abzuheften von den verschiedenen Gruppen und natürlich auch meine Skillstasche. 
  • Ganz wichtig ist auch mein Kuschelkissen, mein Einhornkuscheltier und eine Kuscheldecke für mich gewesen. Generell finde ich es sehr wichtig auch persönliche Dinge von zuhause dabei zu haben und diese Dinge geben mir Sicherheit und machen es einfach gemütlicher. Hier in der Klinik sehen die Zimmer einfach wirklich aus wie in einem Krankenhaus, auch mit Krankenhausbetten und umso wichtiger ist es mir, es mir auch gemütlich zu machen, weil man verbringt ja schon eine gewisse Zeit hier. 

  •  Für mich auch wichtig: Fotos! Ich habe ein paar Fotos von meiner Familie und Freunde dabei, die ich in meiner Schublade habe und immer anschauen kann.
  • Außerdem habe ich mir auch Tee mitgebracht und auch löslichen Kaffee. Vorallem Kaffee ist sehr wichtig, da man den Kaffee hier auf Station fast nicht trinken kann ;).
  •  Man kann hier auch eigene Bettwäsche mitbringen, aber da mein Koffer eh immer schon halb platzt, wenn ich hier hin komme, verzichte ich darauf. Aber was ich beim ersten Aufenthalt festgestellt habe und worauf ich absolut nicht verzichten kann, ist ein eigenes Spannbetttuch. Hier in der Klinik sind das nur so Laken und ich musste beim ersten Aufenthalt jeden morgen mein Bett neu beziehen, weil das blöde Laken immer verrutscht ist oder komplett zusammen geknüllt im Bett gelegen hat. Keine Ahnung was ich nachts mache, aber das war super nervig. Deswegen habe ich mir schnellstmöglich ein eigenes mitbringen gelassen und das auch bei diesem Aufenthalt direkt in meinen Koffer gepackt :).
  • Genauso habe ich mir meine eigenen Handtücher mitgebracht. Theoretisch könnte man auch auf Station welche bekommen ( habe ich gehört :D ), aber ich mag es viel lieber meine eigenen dabei zu haben.
  • Generell sollte man auch einfach Beschäftigungsmöglichkeiten mitbringen, was man zuhause auch so macht. Ich habe zum Beispiel viele Bücher dabei, mein Tablet mit Tastatur, Sachen zum Malen und mein ganzes Bastelzeug für mein Bullet Journal :). 
  • Natürlich auch wichtig: Kopfhörer! Man ist ja schließlich nicht alleine auf dem Zimmer ;).
  • Ich habe auch Hausschuhe dabei, weil es ist echt nervig den ganzen Tag in normalen Schuhen rum zu rennen, vorallem wenn man sich zwischenzeitlich immer mal wieder aufs Bett setzt oder legt ;). Immer wieder Schuhe an und ausziehen nervt irgendwann... Ich habe generell den ganzen Tag meine Hausschuhe in der Klinik an, außer für die Sporttherapien oder wenn ich die Klinik verlasse, also wichtig :)
  • Ich habe auch ein bisschen Dekokram dabei, wie zum Beispiel mein LED Einhornlicht. Allerdings vieles was ihr oben auf dem Bild seht an Deko wurde mir bei diesem Aufenthalt von Mitpatienten geschenkt :).
  • Eine Einkaufstasche habe ich auch dabei, denn früher oder später braucht man dann auch mal zum Beispiel Lebensmittel oder Getränke, die man dann irgendwie zur Klinik schleppen muss :).
  • Was ich auch mitgebracht habe sind Gesichtsmasken. Ich mache mir gerne abends mal einen Film an und eine Gesichtsmaske drauf zum Entspannen. 
Man sollte sich auch dran gewöhnen, dass man immer mit viel mehr Zeug nach Hause geht als man gekommen ist :D . Dadurch das man eine solange Zeit hier ist, sammelt man doch so einiges an :).  Das waren so meine wichtigsten Dinge, die ich in die Klinik mitgenommen habe. Für mich ist es einfach wichtig mich hier auch wohl zu fühlen, weil man eben hier doch eine Zeit lang wohnt. 
Liebe Grüße,
Karo :)

Dienstag, 13. Februar 2018

Mein Alltag in der Psychiatrie - ein kompletter Therapietag

Hallo ihr Lieben :)

Da viele vielleicht garnicht so wissen, wie so ein Tagesablauf in einer Klinik ist, dachte ich mir, dass ich euch mal einen ganzen Tag vorstelle, wie er wirklich gewesen ist. Ich habe einen ganzen Tag lang mir immer notiert, was ich wann gemacht habe, um euch einfach mal einen Eindruck von meinem momentanen Alltag zu geben. Ich habe einen Donnerstag gewählt, der ziemlich gut als "Durchschnittstag" funktioniert. Generell sehen meine Tage und Abläufe fast gleich aus, außer das sich die Therapien ändern und meine Freizeit immer etwas anders ist. Ich hoffe die Idee gefällt euch und ich wünsche euch viel Spaß! :)

Mein Morgen beginnt immer so gegen 7.30 Uhr, beziehungsweise klingelt immer um diese Uhrzeit mein Wecker ( außer ich war am Tag vorher zu faul zum Duschen abends, dann klingelt er schon um 7 Uhr :D ). Meistens stehe ich dann direkt auf, aber es kommt auch mal vor, dass ich noch 10 Minuten liegen bleibe ;). Aber an diesem Donnerstag bin ich wirklich pünktlich aufgestanden ;). Mein erster Weg führt mich quer über die Station zur Terasse für eine Zigarette zu rauchen. Da ich gerade erst aufgestanden bin, noch im Schlafanzug bin, keine Haare gekämmt habe, etc und noch total verschlafene bin,  renne ich wie ein Zombie rum und ansprechbar bin ich auch nicht wirklich :D. Man trifft um diese Uhrzeit auch noch weitere "Zombies" auf der Terasse an, was manchmal echt witzige Gespräche verursacht:" Häää?? Boah ich schlaf noch halb" :D.  Gegen 7.40 Uhr ging ich wieder zurück ins Zimmer und habe mich erstmal angezogen. Zu meinem Standardoutfit gehört definitiv eine Jogginghose ;). Danach geht`s ab zum Frühstück. Wir haben einen Essenswagen auf Station von dem man sich sein Tablett nimmt und dann setzt man sich in den Gemeinschaftsraum zum Essen. Nach etlichen "Guten Morgen" darf ich dann auch mal Frühstücken. Aber zu aller erst : Kaffee! Mein Frühstück sieht eigentlich immer gleich aus: Ein Joghurt und ein halbes Brötchen ( Den Rest von meinem Essen gebe ich immer einem lieben Mitpatienten ab, der eh immer kurz vorm Verhungern ist :D ). Gemeinsam frühstücken macht immer ziemlich viel Spaß, weil wir uns immer unterhalten und das kann manchmal sehr lustig werden. An diesem Donnerstag war ich so gegen 7.55 Uhr fertig mit Frühstücken und musste mich ziemlich beeilen damit ich noch meine Medikamente abholen kann, denn um 8 Uhr ist Stationsmeeting von der Pflege und den Therapeuten. Also schnell ins Stationszimmer flitzen, Medis nehmen und ab gehts wieder zur Terasse für eine zu rauchen. Um 8.15 Uhr versammeln wir uns alle wir wieder im Aufenthaltsraum und die erste Therapiegruppe beginnt : Wochenrückblicksrunde. In dieser Runde erzählt jeder reihum eine Sache, die positiv war diese Woche und ob man einen neuen Weg eingeschlagen hat. Neuer Weg bedeutet, dass man sich gegen ein dysfunktionales Verhalten entschieden hat, zum Beispiel bei mir, wenn ich etwas gegen meine Ängste getan habe. Generell einfach, ob man sich für etwas entschieden hat, dass man ändern möchte. Diese Gruppe dauerte bis 08.44 Uhr, was ungefähr immer so lange ist. Kommt aber auch immer drauf an wie viele Patienten auf Station sind und da wir im Moment mit 18 Patienten voll besetzt sind, dauert das immer seine Zeit bis alle durch sind.  Danach führt mich mein Weg mal wieder zur Terasse für eine Zigarette zu rauchen und ein bisschen mit den Anderen zu reden, denn nach jeder Morgenrunde oder der Wochenrückblicksrunde sind alle Raucher draußen am Rauchen :D. Um 08.55 Uhr mache ich mit meinen Mitpatienten aus meiner Gruppe auf zum Aufzug und runter in den Keller. Im Keller in einem Hörsaal findet nämlich um 9 Uhr die Schemagruppe statt. Die Schemagruppe ist die schwierigste und anstrengenste Therapiegruppe, in der wir die verschiedenen Modi bearbeiten und  Imaginationen und Übungen dazu machen. Ich verlinke euch hier nochmal die Erklärung was Schematherapie genau ist, die ich letztes Jahr geschrieben habe :). Im Moment arbeiten wir in der Schemagruppe am verletzten/einsamen Kindmodus, was sehr anstrengend ist. Ich gehe jetzt nicht näher auf diese Gruppenstunde an diesem Donnerstag ein, da sie sehr aufwühlend war und ich das jetzt nicht wieder nach oben holen möchte. Die Schemagruppe geht immer bis 10 Uhr und nach dieser Stunde war wirklich fast die komplette Gruppe fertig gewesen. Eigentlich brauchte ich dringend mal eine Pause nach der Stunde, aber die Zeit ist Donnerstagvormittag sehr knapp bemessen. Ich fuhr also wieder mit den Anderen nach oben und ging schnurstracks zur Terasse für eine Zigarette zu rauchen, die ich dringend brauchte. Wieder mal war ich nicht die Einzige, die dort stand und so sprach ich noch etwas mit den Anderen und wir tauschten uns noch etwas über die Gruppe aus, trösteten uns gegenseitig und bestärkten uns. Nach der kleinen Raucherpause ging ich in mein Zimmer und legte mich noch etwas in mein Bett, weil ich einfach wie total erschlagen war und spielte ein bisschen zur Ablenkung an meinem Handy rum. Ich war schon ziemlich angespannt und merkte das die Anspannung noch höher stieg, also ging ich zur Pflege mir einen Finalgonverband machen lassen, der gegen die Anspannung hilft. Meine Lieblingskrankenschwester hatte Dienst, also redete ich noch etwas mit ihr darüber, warum ich so angespannt war, was sehr gut getan hat. Ich habe mich da auch noch überzeugen lassen in der nächsten Gruppe eine Geschichte vor zu lesen und damit was gegen meine sozialem Ängste zu machen. Nach dem Gespräch suchte ich schnell meine Unterlagen zusammen, denn es war schon 10.30 Uhr und in 5 Minuten fing die Achtsamkeitsgruppe an. Was ich so toll finde ist, dass wir immer gegenseitig auf die Anderen warten und ganz oft einfach dann gemeinsam zu den Therapien gingen, wie auch jetzt zur Achtsamkeit. Also rein in den Aufzug und runter zu unserem Gruppenraum. Wie schon erwähnt, las ich in der Gruppe eine Geschichte vor und wurde nachher sehr von meiner Lieblingspflegerin gelobt, weil das für mich eine große Sache ist. Die Gruppe war sehr angenehm gewesen und ging bis 11 Uhr. Danach ging es für mich schnell hoch ins Zimmer, weil ich mich umziehen musste. Um 11.15 Uhr fängt Bewegungs- und Körpererfahrung und dafür braucht man Sportklamotten und Turnschuhe. Da ich mich auf dem Weg ins Zimmer wieder verquatscht hatte, musste ich mich in Blitzgeschwindigkeit umziehen, denn ich wollte noch vorher eine Zigarette rauchen. Danach ging es runter zur Sporthalle, in der wir an diesem Tag eine Übung zur Konzentration und Geschicklichkeit gemacht haben. Wir mussten in Partenerarbeit uns Bälle zu werfen in verschiedenen Varianten und uns diese Varianten merken. Es war ziemlich lustig gewesen und eine gute Ablenkung nach der anstrengend Schemagruppe. Um 11.44 Uhr war die Gruppe aus und es ging für uns wieder nach oben auf Station. Das Mittagessen kommt bei uns immer zu unterschiedlichen Zeit auf Station, aber an diesem Tag stand es schon da als wir oben ankamen. Also ging ich an den Wagen mein Tablett holen und setzte mich zu meinen Mitpatienten an den Tisch. Wir essen immer alle gemeinsam im Gemeinschaftsraum. Nach dem Essen gehe ich immer mit ein paar Leuten noch eine Rauchen und wir setzen uns noch etwas zusammen auf die Couch und reden oder spielen noch was. Um 12.30 Uhr ging ich zum Stationszimmer und holte meine Mittagsmedikamente. Danach ging ich ins Zimmer und bereitete mich auf meine Einzeltherapie vor, die um 13 Uhr stattfinden sollte. Ich schrieb mir noch meine Fragen an meinen Therapeuten auf, ging nochmal meine Unterlagen durch und suchte meine Skills zusammen, die ich für die Einzelstunde brauchen würde. Um 13 Uhr wurde ich von meinem Therapeuten abgeholt auf Station und wir gingen runter in sein Büro. In dieser Einzeltherapiestunde machten wir weiter mit Traumakonfrontation in einer Imagination und es war der Horror. Es war so anstrengend gewesen und hat mich emotional an meine Grenzen gebracht. Mir ging es richtig schlecht danach, weil einfach alles wieder hoch kam. Um 14 Uhr war das Einzel vorbei und mein Therapeut brachte mich wieder hoch auf Station. Ich ging in mein Zimmer und brach erst mal weinend zusammen und musste mir Hilfe von der Pflege holen. Ich bekam mein Bedarfsmedikament und wurde getröstet. Diese Stunde war wirklich sehr intensiv gewesen, aber mein Therapeut meinte auch zu mir, dass ich das sehr gut gemacht habe und wirklich stolz auf mich sein kann. Nach dem ich mich etwas beruhigt hatte legte ich mich so gegen 14.45 Uhr ein wenig hin und schlief erstmal eine Stunde bis 16 Uhr. Ich stellte mir extra den Wecker, weil ich durch das Bedarfsmedikament bestimmt nicht aufgewacht wäre. Nachdem ich wieder wach war, zog ich mich richtig an, weil ich mit 3 Mitpatienten noch in die Stadt wollte. Um 16.13 Uhr machten wir Drei uns auf den Weg zur Bahnhaltestelle und fuhren in die Stadt. Wir spazierten etwas durch die Innenstadt, gingen was essen und verbrachten noch einen schönen Nachmittag mit tollen Gesprächen und viel Gelächter :). Um 18 Uhr mussten wir wieder auf Station sein zum offiziellen Abendessen, bei dem wir drei einfach nur dabei saßen, weil wir ja schon gegessen hatten. Bis 18.30 Uhr lenkte ich mich noch etwas ab durch Gespräche mit den Anderen und rauchen, sodass ich dann meine Abendmedikamente nehmen konnte. Wie jeden Abend ging es danach mit P., einem Mitpatienten, nach unten zum Kicker spielen. Wir dürfen uns bis 21 Uhr im Haus aufhalten und ab dann nur noch auf Station. Also spielten wir Kicker, rauchten zwischendurch im Raucherraum und quatschten ein bisschen miteinander, was nach so einem anstrengendem Tag echt toll war. Um 20.55 Uhr machten wir uns wieder auf den Weg hoch zur Station und ich ging um 21.11 Uhr meine Nachtmedikamente im Stationszimmer abholen. Danach rauchte ich noch eine Zigarette mit meinen Mitpatienten und zog mich dann ins Zimmer zurück. So gegen 21.30 startete an diesem Tag mein Abendprogramm. Ich mache mir Musik an und ziehe mir meine Schlafsachen an, schminke mich ab, wasche mein Gesicht und putz mir die Zähne. Dann geht es für mich ins Bett, ich schreibe meiner Freundin "Gute Nacht" und lese dann noch etwas in meinen Harry Potter Büchern bis ich richtig müde bin. Dann wird das Licht ausgemacht und der Tag ist vorbei :). 

Ich hoffe der kleine Einblick hat euch ein bisschen gefallen :).

Liebe Grüße,
Karo :)