Mittwoch, 5. April 2017

Wie waren die 3 Monate stationär in der Klinik? - Fazit

Hallo ihr Lieben :)

Ich bin jetzt circa einen Monat zuhause und wollte heute mit euch ein Fazit ziehen.

Aber vorab möchte ich mich für eure tolle Unterstützung, aufbauenden Worten und lieben Kommentaren bedanken ( ich konnte sie leider nicht während der Zeit dort kommentiert, aber ich habe mkich wirklich über jeden einzelnen Kommentar gefreut!), besonders bei Alex und Georg, Lexi und Jade <3. 

So, und nun viel Spaß! :)

Fangen wir erstmal mit meinen Ängsten vor der Aufnahme. Am 30.11.16 habe ich diesen Post über meine Ängste vor der Klinik geschrieben und heute beim nochmal Lesen ist das Ganze ziemlich lustig.
 Das erste war die Zimmersituation mit Zwei- oder Dreibettzimmern. Tja Karo hatte Pech, denn es gibt Zweibettzimmer und auch zwei Vierbettzimmer und ich bin im Vierbettzimmer gelandet. Der Schock darüber war ziemlich groß, aber zusammengefasst funktionierte es immer gut. Ich habe ja auch nach 5 Wochen das Zimmer gewechselt, weil meins zum Männerzimmer wurde und kam in das andere Vierbettzimmer . Natürlich am ersten Abend gab es ein kleines Problem mit meinen Zimmernachbarinnen, was aber schnell gelöst werden konnte. Das größere Problem enstand im nach ein paar Wochen im neuen Zimmer mit einer Mitpatientin mit der ich vorhr super klar kam und wir uns angefreundet hatten. Zum Schluss war es richtiges Mobbing, was sie betrieb und es konnte bis zur Entlassung nicht wirklich gekärt werden. Achja und meine Sachen konnte ich auch ohne weiteres verstauen ohne die Anderen zu nerven. Ich teilte mir ein Waschbecken mit Umkleidebereich in unserem Zimmer mit einer Mitpatientin und wir hatten dort viele Regale und 3 Schränke, also alles kein Problem.
Das mit dem Internetzugang habe ich auch am ersten Wochenende geregelt, wie ihr mitbekommen habt sonst hätte ich nicht während dieser Zeit Bloggen können. 
Das neu dazu kommen in die Gruppe war am anfang ein bisschen schwierig, aber ich hatte dort schnell Anschluss gefunden und mich bis zum Schluss sehr gut mit allen ( außer der Einen aus meinem Zimmer) verstanden. Jeder hat mich am ersten Tag sehr lieb begrüßt und schon kam ich ins Gespräch mit anderen. 
Ich habe auch alle Räume gefunden, am Anfang mit Hilfe. Es wurde geschaut, dass ich immer mit kam und ich hatte ja auch einen Paten, der mir alles erklärte, mir zeigte und immer für Fragen da war. 
Achja und die Tischordnung war auch kein Drama, weil es eh keine festen Plätze gab und jeder einfach sich setzen konnte wo er wollte. 
Zu guter letzt das Aufnahmegespräch und die Glaubensfrage. Das Aufnahmegespräch war wirklich richtig anstrengend und schwierig für mich, aber ich habe es gut hinbekommen. Auch die Änste, dass mir niemand glauben würde, waren unbegründet und somit war alles gut.

Ich habe währen der Klinikzeit immer Updates und über Therapiedinge gebloggt und wer das noch nicht gelesen hat oder nach lesen möchte, verlinke ich alle Beiträge unter diesem Post nochmal :)

Ich habe in der Klinik so viel gelernt, mich sehr weiter entwickelt und zum Positiven verändert. Es war wirklich die Beste Entscheidung dort hin zu gehen und ich bin meiner ambulanten Therapeutin M. dankbar ( Falls du das hier lesen solltest, vielen vielen Dank, dass du mich dazu überredet und überzeugt hast!). 

Was hat sich verändert?  

Ich habe gelernt besser auf mich aufzupassen und auch meine Bedürfnisse und Gefühle zu erkennen und dadurch gezielter mir helfen zu können oder auch Hilfe von Anderen einfordern zu können. Ich habe sehr viel an meinem Selbsthass gearbeitet und den reduziert. Ich habe gelernt, dass ich kein schlechter Mensch, schlechtes verdient habe und auch nicht an allem die Schuld habe. Zwar behauptet mein Strafender Modus immer noch das Gegenteil, aber mein Gesunder Erwachsene schaltet sich oftmals ein und kann dagegen halten. Ich habe meine Selbstverletzungen deutlich reduziert und habe viele Skills gefunden, die mir helfen und die ich jetzt auch einsetze. Ich bin viel ausgeglichener und stabiler geworden und weiß jetzt auch besser, wie ich mit mir umgehen muss. Ich habe mich selbst besser kennen gelernt, gerade durch die Schematherapie und habe viele schädliche Verhaltensweisen aufgedeckt und gelernt, sie auch erstmal zu erkennen und dann dagegen etwas zu tun. Ich bin ein viel offenerer Mensch geworden, der gerne mal auf Andere zu geht und auch von sich aus mal was erzählt. Ich habe auch gelernt mich mehr zu öffnen in Bezug auf Therapien. Ich halte nicht mehr alles zurück, sondern kann über meine Probleme und Traumata sprechen und mich jemanden anvertrauen. Ich habe so viel an meinen Traumata gearbeitet und riesige Fortschritte machen, nämlich statt Angst, Trauer und Schuld auch mal Wut zu empfinden. Ich habe wieder die Freude am Leben entdeckt und das nicht alles schlecht ist. Ich habe gelernt, dass ich mich nicht verstellen muss, damit andere mich akzeptieren und mögen. Ganz viel hat sich in Bezug auf meine Ängste getan. Ich bin viel mutiger und sicherer geworden . 
Ich habe viele tolle und liebe Menschen kennengelernt und auch viel mit ihnen unternommen. Jeder war für jeden da und es war wirklich eine tolle Gruppe und eine tolle Zeit. 
Ich habe mich so viel weiter entwickelt, das kann man nicht alles in Worte zusammenfassen. Ich habe mich komplett verändert und bin wieder mehr Ich-selbst. 3 Monate sind eine lange Zeit und ich habe es durchgezogen. Die Therapien waren wirklich, anstrengend, schwierig, emotional und kräfteraubend, aber ich habe es geschafft und bin noch stärker davon zurück gekehrt.  Die Therapie ist für mich natürlich noch nicht abgeschlossen und ich muss natürlich noch weiter an vielem arbeiten, aber ich schaffe das!



Liebe Grüße,
Karo :)