Sonntag, 19. Februar 2017

Meine zwei Lieblingslieder - Mut machend, aufbauend und tröstend

Hallo ihr Lieben :)

Die letzten zwei Wochen waren für mich wirklich anstrengend und mir geht es im Moment richtig schlecht. Deswegen kam ich auch nicht mehr zum Bloggen und habe mich auch komplett aus Twitter zurück gezogen. Die Therapien in der Klinik sind wirklich tiefgreifend, emotional und fordern mich sehr im Moment. Ich arbeite so hart an mir und kämpfe mich durch, aber das raubt mir im Moment ziemlich die Kraft. Auch die Arbeit am Traumabericht ist noch nicht abgeschlossen und belastet mich sehr. Zusätzlich wurden auch meine Medikamente getauscht, raus genommen und neue rein gegeben. In den letzten zwei Wochen wollte ich so oft aufgeben, weil ich einfach nicht mehr weiter wusste und so oft an meine Grenzen kam.
Mir geht es wirklich schlecht ( inklusive teilweise mit Suizidgedanken), aber es gibt zwei Lieder, die mir wirklich helfen und die ich wirklich liebe. 

Diese möchte ich heute mal vorstellen ! :) 

Das erste Lied ist "Du hast gesagt" von Sefora Nelson. Hier kommt ihr zu dem Lied auf Youtube :)
 
"Du hast gesagt, du bist nicht gut genug,

 und ich Ich hab's geglaubt, und immer schlechter wurde ich 
Wie kann es sein, ein Wort verändert meine Welt
Es darf nicht sein, dass es am Ende Recht behält
 Du hast gesagt, du bist nicht schön genug, 
und ich Ich habs geglaubt, und ganz genau so sah ich mich
Wie kann es sein, ein Wort verändert meinen Blick
 Ich war nicht mehr schön und für die ganze Welt zu sehn
 Doch was ich glaubte, das glaub ich nicht mehr
 Manchmal, da fällt mir die Wahrheit noch schwer 
 Wahrheit schenkt Freiheit und frei will ich sein
 Das, was ich glaube, bestimm ich allein
 Du hast gesagt, aus dir wird nie etwas,
und ich
Ich habs geglaubt und mich seitdem nichts mehr getraut 
Wie kann es sein, man wird von außen prorammiert
 Und es kollidiert, bevor man innen resigniert 
 Es tut mir leid, ich kann dir nicht mehr glauben
 Schon viel zu lang ließ ich die Kraft mir rauben
 Gott hat gesagt, ich bin unendlich wertvoll
 Und ich bin schön, besser noch als gut genug"

  
Ich mag das Lied wirklich sehr, weil der Text wirklich schön ist und mir wirklich aus der Seele spricht. Mir wurde jahrelang in meiner Kindheit solche ( und andere ) Dinge gesagt und das Lied spiegelt genau das wieder, was ich im Moment in der Therapie lerne. 

Das zweite Lied ist "Hey" von Andreas Bourani. Hier ist der Link zu dem Lied! :)

"Wenn das Leben grad zu allem schweigt
dir noch eine Antwort schuldig bleibt
dir nichts andres zuzurufen scheint als Nein
Es geht vorbei
Wenn der Sinn von allem sich nicht zeigt
sich tarnt bis zur Unkenntlichkeit
wenn etwas hilft mit Sicherheit, dann Zeit
Es geht vorbei, es geht vorbei
Hey, sei nicht so hart zu dir selbst
es ist ok wenn du fällst
auch wenn alles zerbricht
geht es weiter für dich
Hey, sei nicht so hart zu dir selbst
auch wenn dich gar nichts mehr hält
du brauchst nur weiter zu gehn
komm nicht auf Scherben zum stehn
Wenn die Angst dich in die Enge treibt
es fürs Gegenhalten nicht mehr reicht
du es einfach grad nicht besser weißt
dann sei
es geht vorbei
es geht vorbei
Wenn jeder Tag dem andern gleicht
und ein Feuer der Gewohnheit weicht
wenn lieben grade kämpfen heißt
dann bleib
es geht vorbei, es geht vorbei
Hey, sei nicht so hart zu dir selbst
es ist ok wenn du fällst
auch wenn alles zerbricht
geht es weiter für dich
Hey, sei nicht so hart zu dir selbst
auch wenn dich gar nichts mehr hält
du brauchst nur weiter zu gehn
komm nicht auf Scherben zum stehn
Hey, sei nicht so hart zu dir selbst
Es ist okay wenn du fällst
Auch wenn alles zerbricht
geht es weiter für dich
Sei nicht so hart zu dir selbst
Auch wenn dich gar nichts mehr hält
Du brauchst nur weiter zu gehn
Du brauchst nur weiter zu gehn"


 Diese Lied hat mir vor 2 Wochen eine Mitpatientin gezeigt, weil es mir so schlecht geht und ich so sehr an mir zweifel. Im Moment höre ich das fast die ganze Zeit, weil es mich wirklich aufbaut und tröstet. Gerade weil ich im Moment mich fühle als würde ich innerlich zerbrechen und einfach nur immer tiefer fallen, beruhigt das Lied mich und gibt mir sehr viel. Je schlechter es mir geht, desto aktiver ist auch der strafende Modus, der mich nur noch mehr an mir zweifeln lässt und der bewirkt, dass ich noch kritischer mit mir bin und mich noch mehr hasse. Das Lied ist einfach wunderschön und gibt mir Kraft. 

Liebe Grüße,
Karo :)

Donnerstag, 9. Februar 2017

Eine ganz tolle Therapieübung

Hallo ihr Lieben :)

Es war eine sehr emotionale und anstrengende Woche hier in der Klinik gewesen, aber darum geht es heute mal nicht ;).

Diese Woche war die letzte SKT ( Soziales Kompetenz Training ) Stunde und wir haben zum Abschluss eine wirklich tolle Gruppenübung gemacht, die darauf abzielte den Selbstwert jeden Einzelnen zu stärken.  Jeder bekam ein Blatt Papier auf den Rücken mit Tesa Film geklebt und die anderen Teilnehmer sollten dann was Positives über die jeweilige Person schreiben, also zum Beispiel sowas wie "Du bist sehr nett, Du kannst (irgendwas) gut oder so was in die Richtung. Es war halt komplett offen, was man darauf schreibt und auch anonym, weil man ja nicht weiß, wer was geschrieben hat. Auch die beiden Theraeutinnen haben mitgemacht bei dieser Übung. Ich habe ja sehr große Probleme, dass ich immer denke, dass ich alles falsch mache und dass ich alles nerve. Ich habe auch oft das Geühl, dass mich niemand mag ( auch wenn es nicht so ist) und auch kaum Selbstbewusstsein und Selbstwert und bin deswegen immer sehr verunsichert im Umgang mit anderen und wie ich wirke und mich verhalte. Ich hasse mich selbst ja sehr und mache mich auch selbst fertig und deswegen fand ich diese Übung echt interessant. Ich hatte absolut kein Problem damit bei den Anderen was drauf zu schreiben, weil es echt liebe Menschen sind, aber hatte Angst daor, was die Anderen bei mir drauf schreiben. Ich war wirklich sehr gespannt, als ich nach der Stunde in meinem Zimmer den Zettel abgemacht habe und gelesen habe. Da standen so viele liebe Sachen drauf und ich habe auch ein bisschen geweint, weil das für mich ein so tolles Erlebnis war und ich sowas liebes von den Anderen bekommen habe. Mich hat das echt gerührt, weil ich mich absolut gefreut habe und sowas echt nicht gewohnt bin. Es ist aufjedenfall was, dass ich meinem Strafenenden Modus entegensetzen kann und ich habe es mir auch über das Bett gehangen, damit, wenn ich an mir zweifel, ich das immer lesen kann. Es war wirklich eine richtig tolle Übung und hat bei mir viel gebracht. Es war auch echt spannend, wie die Anderen inklusive der Therapeutinnen mich sehen und das doch etwas an mir Positiv ist. Aber jetzt genug geredet, hier ist die Liste:


*Mutig!
*tolle Zuhörerin und lieber Mensch, einfach toll! 
*Du bist ein völlig offener und liebevoller Mensch, der sich sehr viel (zu) traut und immer ein offenes Ohr hat!
*Du bist eine fantastische Zuhörerin und eine gute hilfsbereite Freundin.
*sooo sympathisch, ein freundliches liebes Gesicht, Rehaugen, trauen Sie sich mehr zu, mit Ihnen will man befreundet sein.
*Sehr nettes, sympathisches Lächeln.
*Ich find dich so nett und ein super Mensch! Trau dich mehr!!  
Ich finde dich sehr sympathisch und warmherzig. Ich glaube, du darfst dich mehr trauen, denn du bist toll!

Wie gesagt, weiß ich halt nicht wirklich wer was geschrieben habe ( außer das eine muss von der Therapeutin dieser Station sein wegen dem "Sie" :D ) und das macht es auch umso toller, weil sie auch wass komplett anderes hätten schreiben können. Mir tut das einfach so gut und ich freue mich sehr, dass wir diese Übung gemacht haben :). 

   Liebe Grüße, Karo :)

Samstag, 4. Februar 2017

Update 8. Woche : MDK Untersuchung, Traumerfüllung, Fortschritte

Hallo ihr Lieben :)

Zu allererst möchte ich mich ganz herzlich bei den vielen lieben Menschen bedanken, die so fleißig mich lesen und auch so lieb kommentieren! <3 Ich freue mich so sehr über eure lieben Kommentare, auch wenn ich im Moment nur mein Tablet in der Klinik habe und da nicht wirklich zurück antworten kann. Eure Kommentare heitern mich auf, machen mir Mut und unterstützen mich sehr. Fühlt euch alle gedrückt! <3 Vielen lieben Dank!

 So und nun zu meinem Update der letzten Woche. Es war eine wirklich emotionale, anstrengende und auch tolle Woche :). Es war für mich die intensivste Woche hier, weil ich viel über mich gelernt habe und auch sehr weiter gekommen bin. Seit dem letzten Wochenende habe ich große Angst gehabt, dass ich diese Woche gehen muss, weil der Medizinsiche Dienst sich angekündigt hatte für meinen Fall zu begutachten, weil die Krankenkasse den Aufenthalt hier nicht länger bezahlen wollte. Ich bekam Angst, weil ich die Normalzeit von 8 Wochen erreicht habe, aber ich noch mitten in der Therapie stecke. Mir geht es im Moment noch sehr schlecht, weil wir einfach mitten in der Traumatherapie stecken und einfach so vieles hoch kommt. Es wäre so blöd gewesen, wenn ich mitten in der Therapie hätte gehen müssen. Am Donnerstag kam dann der MDK und hat erst mit meinen Therapeuten geredet, meine Akte angeschaut und dann ca 10 Minuten mit mir geredet. Er hat mir ziemlich komische Fragen gestellt, die mich echt verwirrt haben, was mir das Antworten nicht wirklich erleichtert hat. Ich war so angespannt und nervös vor dem Termin und hatte wirklich Angst, dass ich gehen muss. Nachdem ich mit dem MDK gesprochen hatte, vergingen noch 25 Minuten, in denen ich draußen warten musste und der Mann mit meiner Therapeutin noch sprach. Das Warten war wirklich unerträglich und ich war nervlich so fertig, als dann endlich meine Therapeutin auf mich zu kam und grinste: "So Frau K. Sie dürfen noch die maximal Zeit hier bleiben. 3. März ist ihr Entlassdatum". Ich war so überglücklich und sie natürlich auch :). Das heißt ich darf noch circa 4 Wochen hier bleiben und meine Therapie zu Ende bringen. Ich wurde erstmal freudig auch von der Pflege umarmt, die auch sehr froh waren, dass ich noch bleiben darf :). 
Auch am Donnerstag hatte ich mein zweites Einzel für diese Woche, was mich wirklich fertig gemacht hatte. Meine Therapeutin hat mich bewusst provoziert und in die Enge getrieben, was mich erstmal verzweifelt zum Weinen gebracht hat. Es lief darauf hinaus, egal was ich gesagt habe, es war erstmal falsch und wurde gegen mich verwendet, sodass ich zum Schluss wirklich nur noch "blind um mich geschlagen habe" . Ich war wirklich völlig fertig, weil sie so fies zu mir war und auch in einem harten Tonfall mit mir gesprochen hatte. Irgendwann gab es einen Moment, indem mir klar wurde, was sie mir da sagt und ich habe  wirklich durch diese brutale Variante richtig verstanden, was sie mir damit sagen und zeigen wollte. Das war wirklich ein Aha-Moment und ich war richtig schockiert, wie ich selbst teilweise mich und meine Therapie verhindere. Das Ganze ist wirklich schwer zu erklären, aber die Kurzfassung ist, dass ich ständig mich in die Opferrolle begebe und somit mich nicht verteidige, das heißt ich projeziere den Strafenende Modus auf mein Gegenüber, was die Situation verschlimmert, und meinem verletzten Kind schadet. Außerdem vermeide ich Situation, wie zum Beispiel vor anderen zu weinen und verweigere so meinem verletztem Kind, die ihm zu stehende Hilfe. Das Ganze ist wirklich ziemlich komplex. Auch wenn meine Therapeutin mir das schon mehrfach gesagt habe, habe ich nie richtig kapiert, was sie meint und musste es jetzt mit der harten Methode lernen. Ich hab ja nur 8 Wochen dafür gebraucht :D. Ich habe es jetzt wirklich verstanden und werde wirklich mehr darauf achten. 
 Ich bin auch in der Traumatherapie weiter gekommen diese Woche. Wir haben mit dem Traumarescripting angefangen, indem man versucht durch eine Imagination die ausgewählte Szene zu verändern. In meinem Fall sollte ich mir als Erwachsene ausdenken, wie ich der Kleinen Karo ( also damals war ich noch ein Kind) helfen kann und es schützen kann. Es ist wirklich emotianal und schwierig sowas. Auchhabe ich das erste Mal geschafft wirklich wütend auf die Traumaverursachene Person zu sein und  mir nicht selbst die Schuld zu geben. Ich war noch nie wirklich wütend gewesen, erst jetzt nicht auf die Person, die es wirklich Schuld ist und es war wirklich ein richtig komisches Gefühl, was mir aber auch gut getan hat. Meine Therapeutin war echt positiv überrascht, weil die Schud wirklich sehr tief in mir selbst sitzt, dass ich es aber doch geschafft habe, wütend auf die richtige Person zu sein. Es ist wirklich ein riesen Fortschritt :). 
Auch die restlichen Therapien diese Woche liefen sehr gut. Im Sozialem Kompetenztraining habe ich doch wirklich ein langes Rollenspiel mit einer Therapeutin gemacht, obwohl alle anderen mir zu geschaut haben und mein Verhalten und alles nachher analysiert haben. Nach der ersten Runde gab es dann Feedback von allen und ich durfte es nochmal mit den Tipps ausprobieren. Ich bin wirklich stolz auf mich, dass ich das gemacht und es so gut gelaufen ist! :) 
Gestern hatte ich einen Termin bei der Sozialarbeiterin der Klinik, der auch sehr gut gelaufen ist. Ich habe mich getraut und mit ihr geredet und wir haben ein paar Möglichkeiten für mich durchgesprochen, unter anderem auch wie es mit meiner sozialen Betreuung weiter geht, weil ich da ier noch keine feste Betreuerin habe ( und das seit einem Jahr!). Ich renne denen ständig hinterher, weil ich wirklich eine brauche und auch eine Feste, aber nichts geschieht. Niemand ist seit einem Jahr wirklich für mich verantwortlich und wenn ich wirklich mal Hilfe brauche, macht das immer jemand anderes und das geht bei miir einfach nicht. Die Sozialarbeiterin wird sich jetzt darum kümmern :).  
Irgendwie hatte ich nach dem Termin zu viel Energie und habe dann noch meine ambulante Therapeutin angerufen und ihr auf den AB gesprochen wegen eines neuen Termins. Wer mich kennt weiß, dass es für mich eine riesen Sache ist zu telefonieren und das ich eigentlich nur mit 4 Menschen aus meinem Umfeld telefoniere und das auch nicht so gerne. Nachdem ich aufgelegt habe, war ich so überrascht über mich selbst, dass ich das wirklich gerade getan hatte. Das Gesicht meiner Therapeutin würde ich gerne sehen, wenn sie diese Nachricht abhört :D
Am Dienstag vor einem Jahr habe ich mich dazu entschlossen ein Tattoo stechen zu lassen und habe mir diesen Tag im Kalender markiert und mir vorgenommen, dass ich, wenn ich in einem Jahr das immer noch möchte, mir das Tattoo stechen lasse. Ich habe mir jetzt ein Jahr lang darüber Gedanken gemacht und mir gestern meinen Traum erfüllt. Ich habe mir "strong & fearless" auf den Unterarm stechen lassen und es bedeutet mir sooo viel! Das sind nicht einfach sinnlose Worte, sondern wirklich Begriffe, die bei mir für etwas stehen und die nur für mich sind. Ich habe "strong" (stark) mir tätowieren lassen, weil ich wirklich stark bin und so vieles schon in meinem Leben überlebt habe, geschafft habe und mich immer weiter entwickele und somit immer stärker werde. "Strong" ist für mich eine Erinnerung an all das und was ich erreichen kann :). Fearless (furchtlos / mutig) steht für mich als Symbol, was ich erreichen möchte und was ich schon erreicht und geschafft habe. Ich möchte immer mutig/furchtlos. Beide Wörter sollen mir helfen, mich unterstützen, mir Kraft geben und mich dran erinnern, was ich alles schaffen kann! :) Ich bin so unendlich glücklich über mein Tattoo *_* 

 Liebe Grüße, 
Karo :)