Donnerstag, 19. Januar 2017

Skills gegen Anspannung, Angst- und Panikattacken und Selbstverletzungsdruck

Hallo ihr Lieben :)

Ich habe diese Woche noch mit der Pflege ein Gespräch über Skills geführt und kam auf die Idee mal einen Post darüber zu machen. Wie der Titel schon sagt, stelle ich euch ein paar Skills vor gegen Anspannung, Angst- und Panikattacken und Selbstverletzungsdruck, die mir hier sehr helfen. Jeder muss natürlich für sich selbst finden, was ihm gut tut und hilft, aber ich versuche euch mal ein paar Tipps zu geben, die bei mir viel bringen und auch helfen. Ich habe mit allen drei Sachen Probleme, aber habe nie so wirklich mit Skills gearbeitet, weil ich immer der Meinung war, es bringt eh nichts. Ich habe auch nie den Sinn darin gesehen, weil wenn ich mich selbst verletze ist es auch gut, aber es bringt langfristig überhaupt nichts. Das erste was ich hier in der Klinik machen musste ist, meine Rasierklingen abgeben und das war für mich echt schlimm gewesen, weil das meine Sicherheit sozusagen war. Ich habe sie aber auch freiwillig abgegeben, weil ich ja auch daran arbeiten möchte. Hier in der Klinik wird sehr viel mit Skills gearbeitet und ich habe auch vieles ausprobiert hier und auch vieles gefunden was mir hilft. Manche beaknnte Dinge wie Chillischoten, Zitronensaft und Gummiband am Handgelenk haben bei mir garnichts gebracht. Man unterscheidet aber auch die Skills in verschiedene Anspannungszustände, sozusagen in "leichte","mittlere" und "harte" Skills. Aber man kann das auch nicht so genau unterscheiden, weil man auch mehrere Skills von verschiedenen Anspannungszuständen gleichzeitig oder nacheinander benutzt. Aber ich fange jetzt mal an euch meine Skills vorzustellen:

Immer gut sind Dinge zur Ablenkung, solange man sich nicht darin hinein flüchtet und exzessiv tut, ansonsten wäre es ein Vermeidungsverhalten( Vermeidungsmodus hier genannt;) aber ich stelle euch das Modusmodell in einem späteren Post vor). Dazu zählt zum Beispiel Musik hören ( natürlich keine traurige oder triggernde Musik), Malen wie zum Beispiel Zeichnen oder Mandalas oder auch ein gutes Buch lesen.




 Das sind Dingem die man alleine für sich tun kan. Was in der "normalen Welt" etwas schwierig ist, sind Skills für die man eine andere Person braucht. Hier auf Station ist das relativ einfach, weil hier immer jemand etwas. Zur Ablenkung kann man auch was spielen, was wir hier auf Station sehr oft machen. Wir spielen mal was zusammen oder gehen auch fast jeden Abend runter ins Foyer und spielen Kicker oder Tischtennis, was immer total gut tut. Man muss manchmal auch einfach mal was anderes sehen und damit kann man sich auch gut ablenken.  Ich muss mich auch ganz oft zwingen mit zu gehen oder mit zu machen, weil ich mich oftmals lieber zurück ziehen möchte. Ich weiß aber auch ganz genau, dass mir das nichts bringt und bekämpfe dann meinen Isolationstrieb und gehe mit, was mich oftmals ganz viel Überwindung kostet. 
Manchmal braucht man auch einfach mal ein Gespräch oder eine Umarmung, was mir auch oftmals schon hilft. Im echten Leben kann man dann zum Beipsiel einen Freund oder Freundin anrufen oder sich treffen, was auch sehr gut tut. Die Gesräche hier mit den Mitpatienten und der Pflege tun mir sehr gut, auch wenn ich oft Probleme habe hin zu gehen ( aber es wird besser). Wenn es mir nicht gut geht habe ich gemerkt, dass mir eine Umarmung oftmals auch gut tut. Wie gut das hier in der Klink gerne umarmt wird ( besonders vom Personal :D ), was mir am anfang echt unangenehm war, aber man gewöhnt sich dran ;). Was ich hier auch festgestellt habe ist, dass auch ein Duft mir helfen kann, mich zu beruhigung und die Anspannung sinken zu lassen. Da muss jeder für sich heraus finden, welcher Duft einem gut tut. Für mich habe ich ein Rosmarin Duftöl gefunden, was mir sehr gut hilft. Das tut man sich dann entweder auf ein Tuch oder wie ich es mache, zum Beispiel auf mein Kuscheltier. Ich habe seit ich 1 Jahr alt bin ein bestimmtes Kuscheltier ( so sieht es leider auch aus :D ), auf das ich immer den Rosmarinduft drauf mache und nehme es oftmals mit zu den Therapien, weil es mir Sicherheit gibt und auch der Duft mir hilft. 


Bei höherer Anspannung und Selbstverletzungsdruck  hilft mir sehr Knete oder ein Igelball, den ich dann zusammen drücke oder auf meiner Haut rolle. Gerade der Igelball mit de Stacheln verursacht einen leichten Schmerz, was mir gut tut. 

Was ich vor der Klink nicht kannte, war die Skills mit einer Wäscheklammer und der Finalgonverband. Finalgon ist eine Salbe, die man auch die Haut großzügig aufträgt und dann einen festen Verband drüber macht. Die Haut fängt dannn anzubrennen und der Effekt hält sehr lange an und hilft mir immer sehr, wenn der Druck zu hoch ist. Die Wäscheklammer klemmt man sich an den Arm oder Hals, was auch Schmerzen erzeugt und somit ablenkt. Das sind zwei Tricks, die wirklich sehr gut sind. 
  
Auch hilft es, wenn man sich ein eiskaltes Kühlakku auf die Brust oder an andere Stellen drückt. Gerade auch bei Angst- und Panikattacken hilft dieser Skill sehr. 
Hier bei uns auf der Station muss man erst Skills probieren, bevor man das Bedarfsmedikament bekommt. Also man bekommt Bedarf nur, wenn nichts anderes mehr was bringt. Ich benutze relativ oft mein Bedarfsmedikament, weil ich es nicht gut schaffe frühzeitig zu merken, ob ich angespannt bin, sodass es dann wirklich dringend ist und kurz vor knapp. Das muss ich nicht etwas hier üben, aber es wird besser ;). Natürlich benutzt man auch zusätzlich zu dem Medikament Skills, was einen wirklich schneller runter bringt und besser hilft. Ich habe vor der Klinik immer nur das Bedarfsmedikament benutzt, aber auch immer viel zu spät und bis es gewirkt hat, war es meistens schon zu spät. Ich habe mich vor der Klinik fast täglich selbst verletzt in unterschiedlichen Varianten, aber ich bin heute genau 6 Wochen hier und habe mich hier in der Klinik noch kein einziges Mal selbst verletzt und darauf bin ich sehr stolz. Es war oftmals kurz vor knapp, aber ich habe es jetzt 6 Wochen ohne geschafft und das dank der Hilfe von den Skills. Ich habe für mich persönlich gemerkt, dass Skills wirklich helfen können! Skills sind auch für Menschen ohne Selbstverletzungsdruck und Panikattacken was, weil jeder mal angespannt ist. Man muss für sich einfach raus finden, was einem hilft. Ich nehme zu jeder Therapiestunde Skills mit und es hilft mir wirklich sehr, sodass ich auch nicht mehr in den Therapien sitze und kein Wort mehr raus bringe, was sonst immer der Fall war, gerade wenn es sehr persönlich und anstrengend wird.

Ich kann jedem nur empfehlen mal Skills auszuprobieren, wobei man erst das Richtige für sich finden muss. 

  Liebe Grüße ,
      Karo :) 

1 Kommentar:

  1. Guten Morgen. :)

    Dankeschön für den kleinen Überblick. Ich finde es sehr spannend, durch deinen Blog ein paar Einblicke in therapeutische Maßnahmen zu bekommen.
    Diese Skills klingen auf jeden Fall hilfreich, auch im Alltag. Solche Sachen wie Musik oder Igelbälle benutzen einige Menschen ja auch automatisch, wenn sie merken, dass sie gestresst sind.
    Das solche Alltagsmöglichkeiten dann in den Therapien aufgegriffen und verwendet werden, finde ich eine gute Sache.
    Gut, dass du ein paar Skills gefunden hast, die auch für dich persönlich hilfreich sind!

    Liebe Grüße. :)
    Jade

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