Sonntag, 18. Dezember 2016

Meine erste Woche in der Klinik

Hallo ihr Lieben,
So meine erste Woche in der Klinik ist nun rum und ich wollte euch einen kleinen Rückblick geben, wie es mir so ergangen ist hier :).
Es war aufjedenfall eine sehr anstrengende und emotionale Woche gewesen mit vielen Up's und Down's. In den ersten paar Tagen fühlte ich mich absolut nicht wohl hier und hatte ständig den Gedanken, dass ich nach Hause möchte. Ich war ja dann auch am Wochenende hier geblieben ( bekam aber Besuch) und ich fand es sehr gut, dass viele Mitpatienten nicht da waren, weil sie im SEV ( Heimurlaub) waren. So konnte ich in Ruhe erstmal ein paar wenige Menschen kennen lernen und hab direkt zwei ganz Liebe kennen gelernt. AR kam direkt auf mich zu und hat mich immer ein wenig mitgenommen und geschaut, dass ich mich integriert fühle. AR ist einfach soooo eine Liebe und ich bin sooo froh, dass wir uns so gut verstehen! Am Samstag kam dann auch AB neu in mein Zimmer und wir haben uns auf Anhieb super verstanden und uns gegen die anderen Zwei in unserem Zimmer sozusagen verbündet ;). Sie ist auch Raucherin und so gehen wir immer zusammen eine rauchen und es passt enfach gut zwischen uns. Nach ein paar Tagen hatte ich auch alle Namen endlich drauf gehabt und ich muss sagen, dass fast alle hier wirklich sehr lieb sind und auch sehr hilfsbereit. Natürlich gibt es auch Menschen hier, mit denen ich nicht so klar komme, aber man kann sich ja auch arrangieren und wie eine Mitpatientin gesagt hat " Man muss sie ja nicht gleich heiraten" :D. Ich habe jetzt auch mal eine komplette Woche mit allen Therapien hinter mir und muss sagen, dass es ziemlich gut war. Manches war sehr anstrengend und auch aufwühlend, aber auch ziemlich toll. Zum Beispiel in der Körpertherapie hatten AR und ich viel Spaß und haben sehr viel gelacht :D. Wir sollten dort uns Kampfstöcke zu werfen in Paaren und wir haben uns tot gelacht, weil wir es beide nicht immer so gut konnten :D. Ich hatte auch meine erste Einzeltherapie und meine Therapeutin steht jetzt auch endlich fest. Es ist eine junge Frau, die mir sehr sympathisch ist und auch sehr nett ist, wie es mir scheint. Ich denke, dass könnte passen und das ich mit ihr arbeiten kann. Solangsam "taue" ich auch auf im Umgang mit den Anderen hier und traue mich auch mehr zu reden. Außerdem fühle ich mich hier nicht mehr wie ein Eindringling ( abgesehen von meinem Zimmer...) und setze mich auch öfters mal gerne dazu, wenn Mitpatienten zusammen sitzen und reden.  Oftmals ziehe ich mich aber auch lieber zurück, weil ich einfach zu viel Angst habe i  Umgang mit den Anderen oder weil es mir nicht so gut geht. Aber ich habe ein kleines Abkommen mit der pflege, dass ich mich öfters hier draußen aufhalte, weil ich dazu neige mich zu isolieren, aber mit diesen lieben Menschen hier fällt mir das auch leichter. Die Gruppentherapien und Morgenrunde etc fällt mir immer noch sehr sehr schwer, da ich ja da vor allen Anderen reden muss. Ich habe auch noch Probleme damit, mich bei der Pflege zu melden, wenn etwas ist, weil ich sie einfach nicht nerven möchte. Die Stimmung war diese Woche auch sehr unterschiedlich und es gab auch mehrere Phasen, in denen es mir sehr schlecht ging und ich hab auch öfters mein Notfallmedikament gebraucht habe und auch Skills angewendet habe. In einer Situation, in der ich sehr angespannt war hat eine Krankenschwester mir vorgeschlagen, einen Verband mit Finalgon Salbe zu machen und das habe ich so noch nicht gekannt. Die Salbe wird großzügig aufgetragen und fängt dann an auf der Haut stark zu brennen. Das benutzt man auch als Skill und ich finde das echt super, weil es mir total hilft und deswegen habe ich mir diese Woche den Verband öfters machen gelassen. Ich neige ja dazu mich selbst zu verletzen und auch zu Dissoziationen und beides fällt hier in die 24 Stundenregel, was für mich sehr schwer ist. 24 Stundenregel heißt, dass man 24 Stunden lang keine Gespräche mehr bekommt mit Ärzten, Therapeuten, Pflegern etc, auch wenn zum Beispiel ein Einzel angedacht war, fällt dieses aus. Ich kann natürlich verstehen warum das so ist, aber für mich ist es ziemlich schwer. Bis jetzt konnte ich alles gut regulieren, auch wenn es manchmal sehr knapp war. Die Pfleger(innen) sind auch fast alle sehr lieb und auch zuvorkommend und machen es mir somit auch leichter zu ihnen zu kommen, wenn etwas ist. Wenn ich mich mal nicht traue alleine hin zu gehen, haben mir ein paar Mitpatienten angeboten, dass sie mich begleiten, was sooo lieb von ihnen ist. Am Mittwoch kamen auch wieder zwei Neue Mädchen hier an und mit beiden verstehe ich mich auch gut. Auf die eine (M) bin ich auch zu gegangen und habe mich meinen Mut zusammen genommen und ein Gespräch mit ihr angefangen. Wir zwei haben in den letzten Tagen viel zusammen gemacht und auch viel geredet. Wir beide sind uns einfach so ähnlich und es hat direkt gepasst. Ich könnte mir vorstellen, dass M und ich noch gute Freunde werden und das meinte sie auch schon zu mir ;). M und ich, und manchmal auch AB gehen mehrmals am Tag runter ins Erdgeschoss Kaffee trinken, weil der Kaffee hier auch Station einfach ungenießbar ist :D. Außerdem waren wir auch gestern Basketball spielen draußen und haben uns gegenseitig die Nägel lackiert. Wir verstehen einander einfach so gut, weil wir von unseren Problemem so ähnlich sind und müssen uns meistens nur anschauen um zu wissen, was der andere denkt :). Eine kleine Gruppe hier geht abends öfters Kicker spielen und ich schließe mich da auch öfters mit an, obwohl ich nicht gut Kicker spielen kann :D. Aber es macht Spaß und lenkt ab, dass ist die Hauptsache. Mit meinen Zimmernachbarinnen ist es immer noch etwas schwierig, aber ich habe ja jetzt auch AB im Zimmer und das geht dann schon ;).
Zusammengefasst war meine erste Woche hier relativ gut und ich bin auch gut angekommen. Ich habe solangsam auch das Gefühl, dass ich ein Teil der Gruppe bin und habe hier auch tolle Kontakte schon geschlossen und bin auch sehr froh darüber. Ich bin sehr gespannt, was die neue Woche bringt und bin mir sicher, dass es noch anstrengender wird, weil ich jetzt erst richtig in die Therapien einsteige. Ich versuche einfach mal Positiv zu bleiben und wenn es nicht gut laufen sollte, sind hier ja liebe Menschen um mich
Ich wünsche euch eine schöne Woche!
Ganz liebe Grüße,
Karo :)

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