Mittwoch, 30. November 2016

Aufnahmetermin Klinik

Hallo ihr Lieben,

 Heute gibt es mal wieder einen "Tagebucheintrag" von mir mit einem speziellem Thema.  
Ich wurde am Freitag von der Klinik angerufen, bei der ich auf der Warteliste stehe und sie haben mir den Aufnahmetermin mitgeteilt : 8. Dezember!
Es ist nur noch eine Woche... 
Seit dem Anruf bin ich sehr unruhig und auch total durcheinander irgendwie. Einerseits möchte ich da ja aufjedenfall hin ( habe mir das ja auch ausgesucht ), andererseits habe ich so viel Angst, sodass mein Gefühl sagt "Ich will da nicht hin!". Ich weiß, dass es für mich besser ist und bestimmt mir auch ganz viel bringen wird, aber mein vorherrschendes Gefühl ist einfach nur Angst und Panik. Mir schwirren so viele Dinge im Kopf herum und machen mir einfach Angst. Über manche Dinge würde sich jeder Gedanken machen vor so einem Aufenthalt, aber es gibt auch Dinge über die sich bestimmt fast niemand Gedanken machen würde und die mich komplett "verrückt" machen.
 Ich finde die Gegebenheiten in der Klinik nicht ganz so toll, wie zum Beispiel, dass es nur Zweibett-, bzw Dreibettzimmer gibt. Ich habe Angst, dass ich mit den Menschen in meinem Zimmer nicht klar kommen werde und das das Ganze dann irgendwie komisch wird. Auch werden die Therapien sehr anstrengend sein und ich weiß jetzt schon, dass ich mich auch gerne mal zurückziehen möchte, aber das das ja bei der Zimmerkonstellation nicht so einfach möglich ist alleine mal zu sein. Ich habe auch jetzt schon Angst, wo ich meine Sachen hinmachen soll im Zimmer, ohne das ich die Mitpatienten damit störe und einfach wie ich mich auch verhalten soll da, damit ich die Anderen nicht nerve mit meiner Anwesenheit und so. Meine Station ist in einem Gebäude, welches zur Uniklinik gehört und in der ganzen Uniklinik gibt es Internetzugang ( Wlan), außer in meinem Gebäude. Ich bin aber ein Mensch, der Internet braucht, zum Beispiel für's Bloggen und auch mal um Serien oder Filme zu schauen zum Abschalten und Ablenken. Ich habe noch keinen Plan, wie ich das lösen werde, weil das Bloggen möchte ich nicht aufgeben für die Zeit, weil ich das so liebe und auch brauche. Mal sehen, was ich da noch machen kann. Falls jemand Ideen dazu hat, gerne her damit ;). Die Station ist schon sehr alt und deswegen gibt es auch keine Toiletten oder Badezimmer in den Zimmern selbst, sondern nur auf dem Flur für alle. Ich mache mir da jetzt schon Gedanken, wie ich das machen werde. Ich kann ja mein Kosmetikzeug und alles da ja nicht stehen lassen, also muss ich immer alles in der Tasche mitnehmen und ach keine Ahnung. Ich weiß auch nicht, wie die Anderen es machen und will da auch nicht raus fallen oder etwas falsch machen.  Soweit ich weiß, hat die Station ca 18 Plätze, also werden dort 17 fremde Menschen sein, die sich untereinander kennen und ich komme dort neu hinzu. Ich kann nicht gut auf Menschen zu gehen und wirke auch manchmal sehr kühl und unfreundlich, wenn ich Angst habe, sodass manche Menschen sich garnicht trauen mich überhaupt anzusprechen ( war in der Tagesklinik am anfang auch so).  So viele fremde Menschen machen mir einfach Angst und ich habe Angst, was falsch zu machen sobald ich mit ihnen reden soll. Der erste Eindruck zählt und ich möchte mich natürlich nicht schon direkt am anfang dumm anstellen. Auch der ganze Ablauf ist mir unbekannt. Ich habe einen Mustertherapieplan zu geschickt bekommen um schon mal zu sehen, wie ein Tag ablaufen könnte. Nur ich habe keine Ahnung, wo all die Räume sein werden und wo ich dann hin muss. Ich habe Angst, einfach da hingestellt zu werden nach dem Motto " So jetzt schau mal selbst, wie du zurecht kommst". Ich kann nicht gut Menschen ansprechen und dementsprechend nicht gut nach Hilfe fragen und bekomme in solchen Momenten richtig Panik. Ich habe einfach Angst, dass ich nicht weiß, wo ich hin muss und wo alles ist. Ich möchte ja auch nicht zu spät zu den Therapien kommen, weil dann ja jeder mich anstarrt. Seit mal ehrlich ist doch so, wenn jemand zu spät zu irgendwas kommt, schaut jeder dann denjenigen an der rein kommt. Ich weiß jetzt schon, werde ich etwas nicht finden, werde ich nicht zu spät reingehen aus Angst, sondern es einfach lassen...  Ich mache mir auch jetzt schon Gedanken darüber, wie das mit dem Essen sein wird. Alleine schon, wo bekomme ich mein Essen her und wie bringe ich es wieder zurück. Wie läuft das alles ab? Es gibt ja auch den Gemeinschaftsraum mit Tischen, wo alle immer sitzen, wie zum Beispiel zum Essen. Jeder hat dort doch seinen Sitzplatz und ich mache mir Gedanken, wo ich mich dann hinsetzen soll. Ich habe Angst, weil ich ja auch niemanden den Platz wegnehmen will und natürlich auch alles richtig machen will. Ich will einfach auch nicht unangenehm auffallen und das jemand schlecht von mir denkt, ohne überhaupt mal mit mir geredet zu haben. Manche Menschen urteilen einfach sehr schnell und das macht mir Angst. Ich habe Angst vor dem Aufnahmegespräch und weiß nicht, was dort alles von mir verlangt wird und was ich machen soll. Ich habe schon schlechte Erfahrungen in der Tagesklinik mit Therapeuten gemacht, die mir nicht geglaubt haben, wenn ich etwas erzählt habe und das ist einfach ein sch*** Gefühl. Ich habe Angst, dass das wieder passieren wird. Ich habe Angst, dass ich keinen Anschluss finden werde, dass alle mich doof finden werden, dass niemand mir helfen wird und dass ich dann dort ganz alleine bin. Und dann noch die Sache mit dem Gepäck. Ich mache mir Gedanken, wie viel ich mitnehmen soll und ob die Menge an Zeug auch angemessen ist oder dass dann die Anderen denken, dass ich zu viel dabei hab und mich verurteilen oder so. 
Es gibt noch ein paar kleine Dinge, aber das sind die zentralen Sachen, die mir hauptsächlich im Kopf rum gehen. Eigentlich dreht sich fast die ganze Angst darum nichts falsches machen zu wollen ( wie man vielleicht merkt ;) ). 
Es wird einfach alles so neu sein, ich werde dort neu sein und das macht mir sehr viel Angst. 

 Falls jemand Erfahrungen hat mit solchen Klinikaufenthalten, dann immer gerne her damit ! ;)

 Ich hoffe einfach sehr, dass es gut wird.

Liebe Grüße,
Karo :)

Kommentare:

  1. Huhu! <3

    Mein einziger vergleichbarer Klinikaufenthalt ist leider schon fast zwölf Jahre her, ganz besonders bei dem Internet-Problem kann ich daher leider so gar nicht helfen. Das gab es damals noch nicht wirklich, dass Patienten gratis W-Lan hatten, zumindest in "meiner" Klinik nicht. Was ich diesbezüglich machen würde: Diesen Post, so wie er ist, ausdrucken, dem/der für dich zuständigen Therapeuten/Therapeutin beim allerersten Gespräch geben und ihn/sie bitten, das vor dem Gespräch zu lesen. Sagen, dass da viele für dich wichtige Sachen drinstehen, die du aber im direkten Gespräch nicht alle verbalisieren kannst. Dann hast du zumindest schon mal jemanden, der dir da grundsätzlich weiterhelfen kann. <3

    Beim Umgang mit den anderen Patienten kann ich dich ein bisschen beruhigen: Ganz, ganz viele Menschen, die eine Klinik kommen, haben ähnliche Ängste. Auch wenn es am Anfang vielleicht nicht alles problemlos klappt, ein paar Menschen findet man immer, mit denen man auf einer Wellenlänge ist. (Meine komplette Kernfamilie war bereits in psychiatrischer Behandlung, die Mehrheit auch schon stationär, das kann ich dir fast sicher garantieren. <3)

    Ich drück dir ganz fest die Daumen, dass alles gut läuft und du dich schnell einlebst! <3

    <3 <3 <3 <3 <3

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  2. In meiner Klinik gab's auch kein Internet. Ich habe mir einen internetstick gekauft. War zwar langsam, aber ich hatte nicht das Gefühl von der Welt abgeschnitten zu sein.

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