Montag, 10. November 2014

Neue Woche, neues Glück! Oder ?

 Jeder neue Wochenanfang bedeutet, wieder eine neue Chance.
So auch für mich. Wieder eine neue Chance auf Hilfe, wieder eine neue Chance um an mir zu arbeiten und wieder eine neue Chance auf ein besseres Leben. 
Doch manchmal geht es mir so schlecht, dass ich das alles nicht wahrnehmen kann und nur noch einen Gedanken im Kopf habe: Wie einfach und schön wäre es, wenn ich jetzt einfach mein Leben beenden könnte. Suizidgedanken begleiten mich schon seit ein paar Jahren, aber meistens habe ich sie unter Kontrolle. Doch an Tagen wie heute, sind sie wieder sehr präsent in meinen Gedanken. An Tagen wie heute, wird mir einfach alles zu viel und ich kann nicht mehr. Die Aussicht auf die Zukunft scheint hoffnungslos und der Tod wäre die einfachste Variante. 
In dem Musical "Next to Normal" singt die Mutter Diana die Zeilen " Ich tanze mit dem Tod" und genauso wie sie, geht es mir auch. Mein Leben ist ein Balanceakt zwischen dem Wunsch zu sterben und dem Leben. Kleinste Erlebnisse werfen mich komplett aus der Bahn. So etwas ist mir auch heute passiert. 
Ich hatte heute morgen in der Tagesklinik Einzeltherapie bei meiner Psychologin und das Thema war unter anderem meine Zukunft. Ich konnte ihr nicht richtig antworten, weil ich mal wieder blockiert war. Immer wenn es zu persönlich wird, ist es wie als würde in meinem Kopf ein Schalter umgelegt werden und ich kann nicht mehr antworten. Meine Psychologin weiß, dass das einfach eine Art Selbstschutz von mir ist, aber es ist doch sehr anstrengend für sie und für mich. Dadurch das ich eigentlich reden will, aber es nicht kann, steigt mein Hass auf mich immer mehr und ich verzweifle. Sie musste nachher das Gespräch abbrechen, weil nichts mehr ging bei mir. Jetzt könnte ich mich wieder so darüber ärgern, wie das gelaufen ist, aber ich konnte einfach nicht anders. Das gehört auch zu meiner Erkrankung und ich muss lernen, damit umzugehen und nicht direkt Aggressionen gegen mich selbst aufzubauen. Leichter gesagt als getan. Noch jetzt , Stunden später, ist der Hass auf mich so groß, dass ich mir am liebsten selbst Schaden würde.
 Diese eigentlich einfachen Situationen verwandeln mich in sekundenschnelle von einem stabilen Menschen mit einem halbwegs guten psychischem Zustand in ein komplett verzweifeltes , instabiles Mädchen, dass nur noch Hass für sich Selbst und Verzweiflung verspürt. 
Ich musste die Klinik heute früher verlassen, da ich einfach keine  Menschen mehr ertragen konnte. Es war mir einfach alles zu viel. In diesen Zustand gleite ich immer nach der ersten Phase. Jetzt half nur noch Ablenkung, Ruhe und die Skills, die ich in der Therapie gelernt habe um schlimmeres zu verhindern. Für mich ist das alles sehr schlimm, aber auch meine Mitmenschen leiden darunter. Zum Beispiel meine Freundin, sie will mir in dem Moment nur helfen, aber ich brauche einfach den Abstand und möchte in der Zeit nichts von ihr hören. 
Generell haben viele Borderline Patienten Probleme mit Nähe und Beziehungen und so geht es mir auch.
Meine "neue" Woche ist ziemlich schlecht gestartet, mal sehen wie der Rest wird. Eine Krankenschwester meinte heute zu mir: " Dann kann der Rest der Woche nur noch besser werden!". Damit hat sie eigentlich Recht, denn heute war wieder ein richtiger Tiefpunkt. Ich höre ständig von Freunden, dass ich immer positiv denken soll, nur das fällt verdammt schwer. 
Dann beende ich meinen Post heute mal mit einem positiven Bild ;) 
Liebe Grüße, 
eure Karo :) 

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